JenaWasser
Bürgerversammlung

Internationaler Tag des Wassers

Seit 1993 wird jährlich am 22. März der Weltwassertag begangen. Der World Waters Day soll uns die Bedeutung des Wassers als Lebensgrundlage aller Menschen bewusst machen. Auch wenn in Deutschland das (Trink)Wasser noch ausreichend in guter Qualität vorhanden ist: Sauberes Trinkwasser ist ein hohes Gut und nicht überall selbstverständlich.

Für den Zweckverband JenaWasser ist der Tag des Wassers alljährlich ein wichtiges Datum, um auch die hiesige Bevölkerung für den sorgsamen Umgang mit dem Thema Wasser zu sensibiliseren. Alljährlich laden wir um dieses Datum herum Schulklassen und Interessierte zu Informationsveranstaltungen, Tagen der offenen Tür, Besichtigungen, Führungen und Aktionen ein. 

Im Jahr 2020 musste die geplante Veranstaltung zum Tag des Wassers aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. 

Weltwassertag 2020: Wasser und Klimaschutz

Der Weltwassertag 2020 steht unter dem Motto: Wasser und Klimaschutz. In diesem Zusammenhang senden die Vereinten Nationen drei Appelle an die Weltbevölkerung, insbesondere jene in den entwickelten Industrieländern:

  • Everyone has role to play – Jeder kann eine Rolle spielen.
  • We cannot afford to wait – Wir können es uns nicht leisten zu warten. 
  • Water can help fight climate change – Wir können helfen den Klimawandel zu bekämpfen. 

Schon 2015 hat der Nachhaltigkeitsgipfel der UNO eine Agenda 2030 mit den 17 wichtigsten Nachhaltigkeitszielen beschlossen. Darin enthalten: Das Recht auf sauberes Wasser, das Recht auf Sanitäreinrichtungen, das Recht auf eine gesunde Umwelt. Damit wurden diese Belange explizit als Menschenrecht und als Ziel der internationalen Zusammenarbeit definiert.  

Um dieses Ziel zu erreichen, wurde für die Jahre 2018 bis 2028 die UN-Wasserdekade ausgerufen. Alle Staaten sind während dieser Zeit angehalten, Maßnahmen zu ergreifen, die eine nachhaltige und für alle nutzbringende Bewirtschaftung der Wasserressourcen fördern und diese vor Verunreinigungen schützen. 

Insbesondere die ärmsten Ländern der Welt haben erwartungsgemäß die größten Probleme in der Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Meint die Weltgemeinschaft es ernst mit ihren ausgerufenen Zielen, muss sie hier dringend mit Entwicklungshilfen und Ausbildungsunterstützung tätig werden.

Blick in die Welt: sauberes Wasser nicht selbstverständlich 

  • 97,5% des globalen Wasserdargebotes sind salziges Meer- oder Brackwasser. Und von den verbliebenen 2,5% ist  weniger als die Hälfte tatsächlich nutzbar: Der überwiegende Teil ist in Polareis und Gletschern gebunden. 
  • Rund 85 % der Weltbevölkerung leben in den trockensten Teilen der Erde. Das sich verändernde Klima sorgt dafür, dass noch mehr Wasserquellen vertrocknen oder verschmutzt werden. Bis 2040 werden 600 Millionen Kinder in Gebieten leben, die von extremer Trockenheit betroffen sind (Q: UNICEF). 

Nach dem UNESCO-Weltwasserbericht 2019...

  • haben drei von zehn Menschen weltweit keinen Zugang zu sicherem (d.h. sauberem und dauerhaft verfügbarem) Trinkwasser
  • haben sechs von zehn Menschen weltweit keinen Zugang zu sicheren Sanitäranlagen
  • verrichtet jeder neunte Mensch weltweit seine Notdurft im Freien
  • leidet jeder zweite Mensch weltweit zumindest einen Monat im Jahr unter Wasserknappheit

Stadtwerke-Wassermeister als Krisenhelfer in Afrika

Einen Eindruck davon, wie wertvoll und welch knappes Gut sauberes Trinkwasser ist, bekam Stadtwerke-Wassermeister Benedikt Thieme im Frühjahr 2019: Mit dem Technischen Hilfswerk war er zum Katastropheneinsatz in Mosambik.  Seine Eindrücke schildert er bei "Wir lieben Jena", dem Blog der Stadtwerke Jena.

>>> Hier geht's zum Blogbeitrag.

Sauberes Trinkwasser: Situation bei JenaWasser

Von einer Wasserknappheit sind Deutschland und das Verbandsgebiet von JenaWasser weit entfernt. Die qualitativ hochwertige Wasserversorgung nach der Trinkwasserverordnung ist bei uns jederzeit gegeben. 

  • Der Wasserverbrauch in Deutschland sinkt stetig auf derzeit 120 Liter pro Einwohner und Tag.
  • Im Verbandsgebiet von JenaWasser liegt der Verbrauch bei nur 90 Liter pro Einwohner und Tag.  
  • Die öffentliche Wasserversorgung nutzt lediglich einen geringen Teil des jährlichen Wasserdargebotes. Die Voraussetzungen sind also hervorragend, auch zukünftig die Bevölkerung mit einwandfreiem Trinkwasser versorgen zu können.

Mit Blick auf zunehmende Hitzeperioden wird es immer wichtiger, die Qualität des vorhandenen Grund- und Oberflächenwassers zu sichern und vor Verunreinigungen zu schützen. 

Dafür setzt JenaWasser folgende Schwerpunkte

1.  Hoher Standard und Ausbau der öffentlichen Abwassereinigung

Im Verbandsgebiet von JenaWasser werden bereits 95% des Abwasseranfalls nach Stand der Technik in zentralen Kläranlagen gereinigt. Damit erreichen wir nach der schwierigen Aufholphase nach der Wiedervereinigung das Niveau der Altbundesländer. 

2. Reduzierung von Einträgen (v.a. Nitrat) aus der Landwirtschaft 

Insbesondere bei der Reduzierung der Nährstoffeinträge in Trinkwasserschutzgebieten pflegen JenaWasser und sein Betriebsführer Stadtwerke Jena mit den Landwirten der Region seit vielen Jahren eine aktive Zusammenarbeit mit nachweislichen Erfolgen. 

3. Erhaltung und Sanierung von Trinkwassergewinnungsanlagen

Die vorhandenen Tiefbrunnen v.a. im Saale- und Rodatal zu erhalten und fortlaufend zu sanieren ist eine wichtige Aufgabe für den Zweckverband JenaWasser und seinen Betriebsführer Stadtwerke Jena. Nur funktionsfähige Tiefbrunnen ermöglichen uns die Förderung geschützten Grundwassers in dauerhaft guter Qualität. Der Vorteil: Von je besserer Qualität das gewonnene Rohwasser ist, um so geringer ist der Aufbereitungsaufwand in den Wasserwerken und je höher ist auch in der Zukunft die Versorgungssicherheit. Und: Je größer die Zahl der Brunnen, umso leichter können einzelne Anlagen bei Ausfall oder Instandsetzungsmaßnahmen ersetzt werden. 

4. Strategien zum Umgang mit Spurenstoffen im Abwasser

Das Aufkommen an sogenannten Spurenstoffen (z.B. Medikamentenrückstände, Industrie- und Haushaltchemikalien) im Abwasser steigt beständig. Einige dieser Stoffe können mit der bisherigen Abwasserreinigung nicht oder nur teilweise entfernt werden. Diskutiert wird daher, in Schwerpunktgebieten die Kläranlagen um eine sogenannte 4. Reinigungsstufe zu ergänzen. Um die Belastungen in unserer Region erfassen und bewerten zu können, nimmt der Zweckverband JenaWasser mit der Zentralkläranlage Jena an einem bundesweiten Monitoring teil und wird u.a. daraus seine Strategie zu diesem Thema erarbeiten. 

5. Strategien zum Umgang mit Keimen und Mikroplastik im Abwasser

Ebenso stehen der Eintrag von multiresistenten Keimen, von Mikroplastik (aus Reifenabrieb, Kunstfasern, Funktionskleidung, Kosmetika) und von verschmutztem Niederschlagswasser (z.B. von Straßen, Parkflächen) im Fokus. Vor diesen Einträgen müssen die vorhandenen Ressourcen an Grund- und Oberflächenwasser mehr denn je geschützt werden, um sie für die Trinkwassergewinnung, aber auch als wesentlichen Teil einer lebenswerten Umwelt, zu schützen. 

Großputz im Hochbehälter Drackendorf

Eine interessante Reportage vom Großputz im Trinkwasser-Hochbehälter Drackendorf lesen Sie bei "Wir lieben Jena", dem Blog der Stadtwerke Jena. Dort finden Sie auch einen kurzen Video-Einblick in Jenas größten Trinkwasserspeicher.

>>>Hier geht's zum Blogbeitrag.

Gewässerschutz nicht zum Nulltarif zu haben

All das kostet sehr viel Geld. Trinkwasserschutz und Gewässerschutz sind nicht zum Nulltarif zu haben. JenaWasser investiert schon jetzt jährlich rund 20 bis 25 Mio. Euro in die Erhaltung, Sanierung und Erweiterung seiner Wasser- und Abwasseranlagen. 

Ein steigender Anlagenbestand geht mit höheren Betriebskosten einher. Aktuell wirkt sich die extreme Verteuerung der Klärschlammentsorgung negativ auf die Gebührenentwicklung aus. 

Zu Kostendämpfung verstärken JenaWasser und sein Betriebsführer Stadtwerke Jena die Kooperation mit anderen Aufgabenträgern der Wasserver-und Abwasserentsorgung. Eine große Gruppe Thüringer Aufgabenträger, darunter auch JenaWasser, bündeln derzeitig ihre Kräfte, um die Klärschlammentsorgung künftig ressourscenschonend, umweltfreundlich und kostengünstig zu organisieren.

Außerdem werden die Potenziale zur regenerativen Eigenenergieerzeugung, zur Energieeinsparung und zur Optimierung des Anlagenbetriebes konsequent genutzt. Sie tragen zur Kostendämpfung bei und dienen gleichzeitig dem Klimaschutz.  

Trinkwasserschutz = Klimaschutz

Zusammenfassend lässt sich also sagen: JenaWasser und sein Betriebsführer Stadtwerke Jena sind ganz im Sinne der Appelle der UN tätig indem sie: 

  • auch in der Zeit des Klimawandels die Trinkwasserversorgung jederzeit und mit hoher Qualität sichern
  • das anfallende Abwasser nach Stand der Technik reinigen und an deren Verbesserung mitwirken 
  • nicht abwarten, sondern notwendige Maßnahmen zum Schutz des Trinkwassers und der Gewässer vorbereiten und umsetzen  
  • mit ihren Möglichkeiten ihren Beitrag leisten, den Klimawandel zu bekämpfen  

Und was können Sie zum Gewässerschutz beitragen?

Einen interessanten Beitrag dazu mit Hintergründen und vielen praktischen Tipps finden Sie auf "Wir lieben Jena" - dem Blog der Stadtwerke Jena. 

>>> Hier geht's zum Blogbeitrag.

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Dana Günther
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