JenaWasser

Starkregen: JenaWasser und Stadt entwickeln Konzept für Überflutungsschutz

[14. August 2020]

Starkregen, Sturzfluten: Extremwetterereignisse führen im Stadtgebiet von Jena immer wieder zu Überschwemmungen und hohen Sachschäden. Eine wesentliche Ursache dafür konnte der Zweckverband JenaWasser in seiner Klimaanpassungsstrategie aufzeigen: Das Wasser kommt aus den sogenannten Außeneinzugsgebieten, also von den unbefestigten Hangflächen rund um Jena. Mit Förderung des Bundesumweltministeriums gehen Zweckverband, Stadtwerke, Stadt Jena und Kommunalservice Jena dieses Problem nun gemeinsam an. Bis Jahresende soll ein Konzept entstehen, welche baulichen Maßnahmen geeignet sind, solche Überflutungen zu verhindern oder zumindest einzudämmen.  

Was für das Leben in der Stadt eigentlich ein Segen ist, wird bei Starkregen schnell zum Problem: Jena ist von fast 1.500 Hektar unbefestigter Hangfläche umgeben. Das Regenwasser von mehr als der Hälfte dieser Flächen fließt nahezu ungehindert stadteinwärts und landet schließlich in den Abwasserkanälen von JenaWasser. Die kommen bei Starkregenereignissen schnell an ihre Grenzen, Rückstau und Überschwemmung sind die Folgen. Gleichzeitig gelangen große Mengen von nicht behandlungsbedürftigem Wasser in die Kläranlagen des Zweckverbandes, was den Aufwand erhöht und die Kosten steigen lässt.   

„Unsere Abwasserkanäle müssen so dimensioniert sein, dass sie einem Starkregen standhalten, wie er statistisch alle drei bis fünf Jahre auftritt“, erläutert Projektleiterin Katrin Laslop vom Bereich Abwasser bei den Stadtwerken Jena. „Die Vorsorge für Starkregenereignisse ist hingegen eine kommunale Gemeinschaftsaufgabe, wo alle ihren Teil beitragen müssen.“ Übrigens auch die Bürger selbst: Eigentümer sind ausdrücklich verpflichtet, ihre Grundstücke und Immobilien angemessen zu schützen.  

Nun ist es dem Zweckverband JenaWasser gelungen, im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten Projektarbeit die wichtigen kommunalen Akteure zu diesem Thema an einen Tisch zu bringen: Stadtentwicklung, Straßenbaulastträger und Umweltbehörde. Gemeinsam wollen sie bis Ende des Jahres Brennpunkte ermitteln, Maßnahmen ableiten, Prioritäten festlegen und in ein strategisches Konzept gießen.  

Zwei Arbeitstreffen hat es bereits gegeben. Zuletzt präsentierte das beauftragte Ingenieurbüro Regensimulationen und Überflutungskarten, anhand derer sie Fließwege sichtbar machen und aufzeigen konnten, wo sich Wasser sammelt und wo es dann hinfließt.  

„In der weiteren Projektarbeit betrachten wir nun jeden dieser Bereiche genauer, ermitteln Schadenspotenziale und bewerten unsere baulichen Möglichkeiten zur Abhilfe oder zumindest Eindämmung“, berichtet Katrin Laslop. Denkbar ist zum Beispiel die Errichtung von Sammel- oder Speicherbecken, die den Abfluss in die Kanäle verzögern, oder die gänzliche Abkopplung dieser Flächen vom Kanalnetz. „Am Ende soll eine Maßnahmenliste mit Prioritäten als Basis für weitere Planungs- und Umsetzungsschritte entstehen.  

Weitere Informationen zum Projekt Überflutungsschutz finden Sie hier.

Eine Broschüre und  ein Video mit Tipps und Hinweisen, wie Bauherren und Immobilienbesitzer für mehr Überflutungsschutz sorgen können finden Sie hier.