JenaWasser

Klärgas-Strom im Tank

[07. Februar 2019]

Wenn die Kollegen auf Jenas zentraler Kläranlage sich eines Themas annehmen, dann richtig: Erst bauen sie ihre Anlage so auf, dass sie eine überdurchschnittliche Reinigungsleistung erbringt. Dann gestalten sie die Anlage energieautark und werden dafür bundesweites und prämiertes Vorzeigeprojekt. Nun haben sie das Thema Elektromobilität für sich erkannt - und gehen auch hier wieder einen konsequenten Weg.

2015 nahm das erste Elektroauto seinen Dienst als Meisterfahrzeug auf der zentralen Kläranlage auf. Die Abwasser-Kollegen sammelten nur gute Erfahrungen: das Fahren machte Spaß, die Reichweite von bis zu 250 Kilometern reichte für die benötigten Fahrstrecken aus. Wurden seitdem ältere Diesel-Meisterfahrzeuge ausgemustert, kamen nur Elektroautos als Ersatz ins Spiel. Inzwischen ist die Zahl auf drei elektrische Meisterfahrzeuge angewachsen. Die anfangs provisorische Ladeinfrastruktur ist professionellen Ladesäulen gewichen.

Der Clou an dem Ganzen ist die Umweltbilanz: Denn betankt werden die Abwasser-Elektroautos mit reinstem und auf der Kläranlage selbst erzeugtem Klärgas-Strom. Davon gibt es in den Nachtstunden meist einen Überschuss, der nun nicht mehr ins Stromnetz, sondern in die Elektro-Autos fließt. So fahren die Abwasser-Kollegen physikalisch nachweisbar mit EEG-Strom.

Werner Waschina, stellvertretender Werkleiter JenaWasser: „Durch den Umstieg von Diesel auf Elektro leisten wir als technischer Umweltbereich, der sich vordergründig um die Reinhaltung von Gewässern kümmert, auch einen Beitrag zu sauberer Luft. Das passt zu uns und erfüllt die Kollegen mit Stolz.“ Die höheren Leasing-Kosten der Fahrzeuge werden übrigens durch steuerliche Vorteile, das Tanken des eigenen Klärgas-Stroms und deutlich niedrigere Wartungskosten kompensiert.