JenaWasser

Jahrhundertsommer: Wasserbedarf steigt um 200.000 Kubikmeter

[21. Dezember 2018]

Der Jahrhundertsommer 2018 hat im Verbandsgebiet des Zweckverbandes JenaWasser zu einem deutlich höheren Wasserbedarf geführt. Im Jahresverlauf förderte der Zweckverband JenaWasser in seinen fünf Wasserwerken rund 6,5 Millionen Kubikmeter Wasser bzw. bezog es über die Thüringer Fernwasserversorgung. „Das sind über 200.000 Kubikmeter mehr als im Vorjahr und der höchste Wert seit 2001“, sagt Christoph Wittich von den Stadtwerken Jena Netze. „Allerdings hinkt der Vergleich etwas“, fügt der Betriebsingenieur Wasser hinzu. „Damals hatte unser Versorgungsnetz noch nicht den technischen Stand von heute und war von hohen Wasserverlusten geprägt.“ Wieviel Wasser tatsächlich von den Kunden verbraucht wurde, lässt sich ganz genau erst nach der Zählerablesung und der Verbrauchsabrechnung sagen. Der Zweckverband JenaWasser und die Stadtwerke Jena Netze als technischer Betriebsführer versorgen 21 Städte und Gemeinden im Saale-Holzland-Kreis sowie die Stadt Jena mit Trinkwasser. Im Einzugsgebiet leben rund 130.000 Menschen.

Auch im Versorgungsgebiet Jena war das Jahr 2018 ein Rekordjahr beim Wasser. Als verbrauchsstärksten Monat hat Christoph Wittich den Juni ermittelt, als im Durchschnitt 17.800 Kubikmeter Wasser täglich gefördert wurden. Der verbrauchsstärkste Tag war der 4. Juli 2018 mit fast 20.000 Kubikmetern Netzeinspeisung, der verbrauchsärmste Tag war der Ostersonntag, 1. April 2018, mit 13.650 Kubikmetern. Allerdings erwartet der Experte aus der Erfahrung der Vorjahre, dass der Wasserverbrauch an Weihnachten und Silvester ähnlich gering oder sogar noch geringer ausfallen wird. „Schaut man auf die vergangenen 20 Jahre, folgt die Wasserbedarfskurve übers Jahr einem immer gleichen Muster“, schildert Wittich. So seien die Monate April bis Juni die verbrauchsstärksten, denn in diese Zeit fällt die Wachstumsperiode der Pflanzen und es wird mehr gegossen. Mit Beginn der Urlaubszeit und der Semesterpause an der Uni geht der Verbrauch im Juli und August traditionell wieder zurück. „Diesem langjährigen Muster folgte eigentlich auch das vergangene Jahr. Die einzige Ausnahme stellte der August dar – hier blieb der übliche Rückgang aus. Hier machte sich die anhaltende Trockenheit bemerkbar.“

Trotz des Mehrbedarfes in diesem Jahr: „Zu keiner Zeit war die Versorgung aus Kapazitätsgründen in der Förderung oder aufgrund der Auslastung unserer Verteilsysteme gefährdet“, betont Wittich. Hierfür sind in erster Linie zwei Gründe anzuführen. Einerseits ist die Jenaer Wasserversorgung für wesentlich höhere Wassermengen ausgelegt, als sie 2018 auftraten. So wurden im Jahr 1989 täglich über 40.000 Kubikmeter Wasser ins Netz eingespeist - mehr als das Doppelte des diesjährigen Spitzenwertes. Auch hält der Zweckverband JenaWasser eine Havariereserve vor, die so bemessen ist, dass sie den Ausfall einer der drei Jenaer Trinkwasserversorgungsanlagen kompensieren könnte. Insgesamt beträgt die Trinkwasserkapazität aus der Förderung der beiden Wasserwerke in Drackendorf und Burgau sowie aus dem vereinbarten Fernwasserbezug rund 34.000 Kubikmeter täglich. „Das wurde selbst in diesem Rekordsommer nicht erreicht.“

Insgesamt sei der Zweckverband gut aufgestellt, solchen Hitze- und Trockenjahren zu trotzen. „Als unser Trinkwasser für Jena vorwiegend noch aus Quellen kam, waren wir stärker von der Witterung abhängig“, berichtet der Betriebsingenieur. „So ging beispielsweise nach längeren Trockenperioden die Ergiebigkeit der Mühltalquellen von üblicherweise 10.000 Kubikmeter täglich auf 2.000 Kubikmeter zurück.“ Hingegen sind die heute überwiegend genutzten Tiefbrunnen kaum witterungsabhängig. Selbst wenn solche Dürre- und Hitzejahre wie 2018 vermehrt auftreten, erwartet der Zweckverband mittelfristig keine Probleme. „Das Grundwasser, das wir heute abpumpen, ist im Durchschnitt mehrere Jahrzehnte alt. Die diesjährige Trockenheit könnte sich also erst in etlichen Jahren bemerkbar machen.“ Zudem war die aus dem Grundwasser entnommene Wassermenge bisher immer geringer als die sogenannte Grundwasserneubildung aus der Versickerung von Regenwasser. Um allerdings Sicherheit für die Zukunft zu gewinnen, arbeitet der Zweckverband im Moment an umfassenden Grundwasserstudien für jedes der drei Trinkwassergewinnungsgebiete im Saaletal, im Rodatal und im Rotehofbachtal.