JenaWasser

Gründung von "Zweckverband Kommunale Klärschlammverwertung" vorbereitet

[16. Dezember 2019]

Mit einer Explosion der Kosten für die Entsorgung des in Kläranlagen anfallenden Klärschlammes sehen sich die Aufgabenträger (Zweckverbände) der Abwasserentsorgung derzeit konfrontiert. Grund dafür sind verschärfte gesetzliche Anforderungen und in der Folge knappe Kapazitäten in den wenigen zur Klärschlammverbrennung geeigneten Anlagen. Der kostengünstige Einsatz von Klärschlämmen als Wirtschaftsdünger in der Landwirtschaft ist zum Schutz der Böden und des Grundwassers nicht mehr gestattet. Längerfristig ist zudem in größeren Kläranlagen (ab 50.000 Einwohnerwerte) der wichtige Rohstoff Phosphor aus den Klärschlämmen bzw. der Klärschlammasche zurück zu gewinnen.  

Eine Arbeitsgruppe „Klärschlammkooperation Thüringen“ aus 26 Aufgabenträgern der Abwasserentsorgung sucht seit 2012 gemeinsam nach Konzepten, um mit den verschärften Anforderungen bestmöglich umzugehen. Gemeinsam sind sie für die Abwasserentsorgung von rund 1,1 Mio. Einwohnern, Einrichtungen und Betrieben zuständig und produzieren dabei jährlich rund 82.000 Tonnen entwässerten Klärschlamms  - rund die Hälfte des Geamtaufkommens in Thüringen.

Erste logistische, technische und organisatorische Untersuchungen wurden bereits durchgeführt. Um diese vertiefen und umsetzen zu können, wird derzeit die Gründung des Zweckverbandes „Kommunale Klärschlammverwertung Thüringen (KKT)“ vorbereitet. Dieser soll die wirtschaftlichste Lösung zur Klärschlammverwertung für die beteiligten Verbände finden. Dabei sollen mehrere Szenarien untersucht werden, u.a. der Bau einer eigenen Verbrennungsanlage - sofern sich keine anderen Möglichkeiten ergeben, die wirtschaftliche Ergebnisse bei hinreichender Entsorgungssicherheit erwarten lassen. Auch eine Zusammenarbeit mit benachbarten kommunalen Netzwerken ähnlicher Ausrichtung soll analysiert und bewertet werden.

Der Lenkungskreis der Arbeitsgruppe ist überzeugt, dass die Bündelung der Kräfte die wichtigste Grundlage für eine wirtschaftliche Lösung im Interesse der Gebührenzahler ist. Derzeit müssen die einzelnen Aufgabenträger per Beitrittsbeschluss entscheiden, ob sie diesen Weg der interkommunalen Kooperation mitgehen wollen. Die Beitrittsbeschlüsse einer Reihe von Zweckverbänden liegen bereits vor.