Der Zweckverband JenaWasser hat heute (8. Juni 2026) den Hochbehälter Großlöbichau feierlich eingeweiht. Der Verbandsvorsitzende Jürgen Hofmann, Werkleiter André Sack und die stellvertretende Werkleiterin Kristin Weiß enthüllten gemeinsam den acht Meter langen Namenszug an dem neu errichteten Trinkwasserspeicher.
Der neue Hochbehälter verfügt über ein Fassungsvermögen von 300 Kubikmetern, aufgeteilt auf zwei Kammern. Er versorgt rund 900 Einwohner in der Gemeinde Großlöbichau, dem Gewerbegebiet Großlöbichau und dem Ortsteil Kleinlöbichau sowie in höher gelegenen Gebieten der Jenaer Ortsteile Jenaprießnitz und Wogau. In der Anlage wird Trinkwasser aus dem Wasserwerk Burgau zwischengespeichert und bedarfsabhängig weiterverteilt.
Mit der Inbetriebnahme konnte der bisherige Hochbehälter außer Betrieb genommen werden. Dieser war baulich verschlissen und mit einem Fassungsvermögen von nur 70 Kubikmetern in nur einer Kammer auch deutlich zu klein. Die zwischenzeitlich sogar nötige Chlorung des Trinkwassers konnte damit beendet werden. Der frühere Behälter wird künftig durch die Gemeinde Großlöbichau weitergenutzt: In ihm soll Quellwasser gesammelt und dem Feuerwehrteich als Löschwasserreserve zugeführt werden.
Derzeit errichtet JenaWasser eine Verbindungsleitung vom Hochbehälterstandort nach Jenalöbnitz. Sobald diese im Herbst fertiggestellt ist, können weitere 150 Einwohner über den Hochbehälter versorgt werden. Auch in Jenalöbnitz soll ein veralteter Hochbehälter außer Betrieb genommen werden. Mit einem Fassungsvermögen von nur 50 Kubikmetern war auch dieser Speicher inzwischen zu klein. Auch entsprechen Speicher mit nur einer Wasserkammer nicht mehr den Anforderungen an eine sichere Versorgung.
Nach nur 18 Monaten Bauzeit ist der Hochbehälter Großlöbichau planmäßig fertig geworden. Und das obwohl unter erschwerten Bedingungen gebaut werden musste. Denn das hier vorhandene Gipsgestein zeichnet sich durch einen besonders hohen Sulfatgehalt aus und hat die Eigenschaft, Beton anzugreifen. Als Schutzmaßnahme für den sensiblen Trinkwasserspeicher wurde deshalb ein sogenanntes Frischbetonverbundsystem verbaut. Das Besondere: Zu diesem System gehört eine 1,7 Millimeter dicke Kunststoffschicht, mit der der gesamte Hochbehälter inklusive der Fundamente umhüllt wurde, damit der Beton nicht mit dem sulfathaltigen Boden in Berührung kommt.
Um die beiden Speicherkammern im Erdreich zu versenken, wurden allein hier am Standort ca. 2.000 Kubikmeter Erde bewegt. Für Fundamente, Speicherkammern und Steuerhäuschen wurden ca. 250 Kubikmeter Stahlbeton mit 60 Tonnen Stahl verbaut.
JenaWasser hatte lange auf die heutige Eröffnung hingearbeitet. Zunächst war in den Jahren 2022 und 2023 eine Verbindungsleitung vom Sportplatz Großlöbichau zum künftigen Standort sowie eine Entleerungsleitung zum Gembdenbach errichtet worden, um das Ortsnetz mit dem zu errichtenden Wasserspeicher zu verbinden. Im November 2024 wurde mit dem eigentlichen Behälterbau begonnen. Ende April ging die Anlage in Betrieb. Parallel startete Anfang April der Bau der Verbindungsleitung nach Jenalöbnitz.
Der Neubau des Hochbehälters Großlöbichau ist eine Maßnahme aus dem Wasserversorgungskonzept 2040 zur Modernisierung des historisch gewachsenen Versorgungsnetzes. JenaWasser investiert rund 1,8 Millionen Euro in das Vorhaben.
Hochbehälter Großlöbichau eingeweiht: Neubau unter erschwerten Bedingungen wird pünktlich fertig
[08. Juni 2026]


