JenaWasser
Bürgerversammlung

Internationaler Tag der Umwelt

Seit 1972 wird jährlich am 5. Juni der Internationale Tag der Umwelt begangen. Der World Environment Day geht auf die Eröffnung der ersten UN-Konferenz zum Schutz der Umwelt zurück. 

Mit unterschiedlichen Veranstaltungen, Aktionen und Maßnahmen soll dieser Tag das Bewusstsein dafür stärken, dass es vor allem der Mensch selbst ist, der die Vielfalt und Stabilität der Umwelt bedroht. 

Für den Zweckverband JenaWasser ist der Weltumwelttag ein wichtiges Datum, um auch die hiesige Bevölkerung für den sorgsamen Umgang mit der Natur und den Schutz des Klimas zu sensibiliseren. Alljährlich laden wir um dieses Datum herum Schulklassen und Interessierte zu Informationsveranstaltungen, Tagen der offenen Tür, Führungen, Besichtigungen und Aktionen ein. 

Im Jahr 2020 musste die geplante Veranstaltung zum Weltumwelttag aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. 

Weltumwelttag 2020: Biodiversität (Erhaltung der Artenvielfalt)

Sich für die Erhaltung einer lebenswerten Umwelt und - als ein wichtiger Baustein dafür - für saubere Gewässer einzusetzen, zählt zum Selbstverständnis des Zweckverbandes JenaWasser und seines Betriebsführers Stadtwerke Jena. Diesen hohen Standard des Gewässerschutzes zu halten, bedarf täglich hoher Anstrengungen aller Beteiligten.

Denn der (inzwischen) deutlich bessere Gewässerzustand darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass deutschlandweit viele Gewässer den nach europäischer Wasserrahmenrichtlinie angestrebten Zustand immer noch nicht erreichen. Diese Richtlinie bewertet die chemische Zusammensetzung von Bächen, Flüssen, Teichen und Seen, aber auch die zu erwartende Artenvielfalt.

Unsichtbare Gefahr: Mikroschadstoffe und Mikroplastik

Durch eine geordnete Abwasserreinigung konnte in den vergangenen Jahren schon viel zum Schutz unserer Gewässer erreicht werden. Doch scheinen bisherige Technologien gegen die neuen Gefährdungen von Pflanzen und Tieren in Flüssen und Meeren "machtlos".

Drei Gruppen von Schadstoffen beschäftigen die Abwasserexperten derzeit besonders:

1. Mikroschadstoffe

Mikroschadstoffe sind Stoffe, die schon in sehr geringen Konzentrationen eine Gefahr für die aquatische Umwelt, d.h. für Tiere und Pflanzen in Gewässern, darstellen. Mikroschadstoffe stammen aus:

  • Arzneimitteln
  • Röntgenkontrastmitteln
  • Kosmetikprodukten
  • Haushaltschemikalien
  • Bioziden und Pestiziden
  • Industriechemikalien

Sie gelangen über verschiedene Eintragspfade in unsere Gewässer, am häufigsten allerdings über kommunale Kläranlagen. Denn in der bisherigen Abwasserreinigung nach Stand der Technik können sie nicht eliminiert werden.

2. Mikroplastik

Bei Mikroplastik handelt es sich um winzig kleine Kunststoffteilchen. Sie entstehen bei Zersetzungsprozessen von größeren Plastikteilen, z.B. durch den Abrieb von Autoreifen oder beim Waschen von synthetischen Textilien, wie Fleecepullovern, Funktionskleidung oder Regenjacken. Mikroplastik wird aber auch von der Industrie gezielt hergestellt und in Kosmetika, Wasch- und Putzmitteln eingesetzt. 

Allein in Deutschland gelangen jährlich 112.000 Tonnen Mikroplastik in unsere Gewässer, weltweit wird das Aufkommen auf 9,5 Mio. Tonnen pro Jahr geschätzt.

Der Kreislauf der Mikroplastik beginnt und endet beim Menschen:

  • Mikroplastik z.B. aus Reifenabrieb wird mit dem Regen und anderem Oberflächenwasser direkt ins Grundwasser und später in die Flüsse gespült. 
  • Mikroplastik aus Kosmetik gelangt über das Duschwasser, Mikroplastik aus Kunstfasern über die Waschmaschine ins Abwasser und in die Kläranlage. Dort können sie aber nur unzureichend entfernt werden und landen ebenfalls in unseren Flüssen.
  • Letztlich gelangen sie ins Meer und werden von den Meeresbewohnern aufgenommen.
  • Über den Verzehr von Fisch & Meeresfrüchten kehren sie zurück zu uns Menschen.
  • Welche Auswirkungen die Aufnahme dieser winzig kleinen Partikel auf Menschen und Tiere hat, ist aktuell nur wenig erforscht.
3. Einträge aus der Landwirtschaft

Gegen die in Deutschland weit verbreitete Problematik der hohen Nitratbelastung von Grundwasser geht der Gesetzgeber bereits vor.

  • Verschärfung der Düngeverordnung: Regulierung des Einsatzes von Mineral- und Wirtschaftsdünger (Gülle und Mist), um den Nitrat-Eintrag ins Grundwasser zu reduzieren
  • Verschärfung der Klärschlammverordnung: Praktischer Ausstieg aus dem Einsatz von Klärschlamm als Wirtschaftsdünger in der Landwirtschaft, um den Eintrag von Nitrat und anderen Schadstoffen in Böden und Grundwasser zu senken. 

Breite Debatte über mögliche Lösungen

Um unter anderem Lösungen für diese Problematik zu finden, hat die Bundesregierung 2018 einen "Nationalen Wasserdialog" gestartet. Mit Vertretern von Bund, Ländern und Kommunen, der Wasserwirtschaft und anderen Wirtschaftsbereichen, mit Forschern sowie Naturschutz- und Verbraucherverbänden erfolgt ein Austausch über die Themen

  1. Vernetzte Infrastrukturen
  2. Risikofaktor Schadstoffe
  3. Landwirtschaft & Verbraucherschutz
  4. Renaturierung & Naturschutz
  5. Wasser & Gesellschaft 

Mit Ergebnissen und konkreten Handlungsempfehlungen wird Ende 2020 gerechnet.

In diesem Zusammenhang vielfach diskutiert wird eine Ergänzung des Abwasserreinigungsprozesses um eine sogenannte vierte Reinigungsstufe. Aber deren Aufbau und Unterhaltung ist sehr teuer und daher nicht für alle Abwasserverbände finanzierbar. Nach ersten Erkenntnissen kann sie deshalb nur in Schwerpunktregionen eine Ergänzung sein. Vorrangig muss es uns darum gehen, den Eintrag dieser Stoffe zu vermeiden oder zumindest deutlich zu reduzieren.  

Wie sieht es beim Zweckverband JenaWasser aus?

Der Zweckverband JenaWasser und sein Betriebsführer Stadtwerke Jena leisten vor Ort einen großen Beitrag zum regionalen Gewässerschutz.

  • Wir sichern rund um die Uhr für rund 130.000 Einwohner eine qualitätsgerechte Wasserversorgung und für rund 150.000 Einwohner eine Abwasserentsorgung nach Stand der Technik.
  • Zum Schutz der Trinkwasserförderung und der Trinkwasserschutzzonen arbeitet JenaWasser mit der regionalen Landwirtschaft partnerschaftlich zusammen. In der Folge auch dieser Bemühungen sind in den Gewinnungsgebieten von JenaWasser die Grundwasservorkommen nicht nitratüberbelastet.
  • Lediglich 5 Prozent des Schmutzwasseranfalls im Verbandsgebiet wird noch nicht in zentralen Kläranlagen des Verbandes gereinigt.
  • Die mit hohen Kosten verbundene Resterschließung wird bis 2025 im Wesentlichen abgeschlossen sein. Ziel ist ein Anschlussgrad von 98 Prozent. So wird nur bei sehr wenigen Grundstücken eine geordnete Abwasserentsorgung dauerhaft über vollbiologische Grundstückskläranlagen erfolgen müssen. 
  • Seit 2018 wird keinerlei Klärschlamm mehr in der Landwirtschaft ausgebracht. Unsere rund 10.000 Tonnen Klärschlamm pro Jahr werden bei Fachunternehmen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben verbrannt.
  • Wir nehmen mit der Zentralkläranlage Jena am Monitoring des Bundesumweltministeriums zum Eintrag von Mikroschadstoffen teil. Diese Untersuchungen wurden durch eigene zusätzliche Messungen ergänzt.
  • Unsere Abwasserexperten beschäftigen sich mit Szenarien für eine 4. Reinigungsstufe.
  • Jährlich investiert JenaWasser rund 25 Mio. Euro in die Sanierung, Erneuerung und Modernisierung seiner Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsanlagen.

Gewässerschutz nicht zum Nulltarif zu haben

Eine jederzeit qualitätsgerechte Trinkwasserversorgung und eine den gesetzlichen Vorgaben entsprechende Abwasserentsorgung sind nicht zum Nulltarif zu haben. Jährlich muss der Zweckverband über seine Gebühreneinnahmen rund 39  Mio. Euro an Kosten für diese Leistungen decken. 

Das Ringen um die jeweils wirtschaftlichste Lösung zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben gehört dabei zum Selbstverständnis der Arbeit von Zweckverband JenaWasser und seinem Betriebsführer Stadtwerke Jena. 

Und was können Sie für mehr Gewässerschutz tun?

Einen interessanten Beitrag dazu mit Hintergründen und vielen praktischen Tipps finden Sie auf "Wir lieben Jena"" - dem Blog der Stadtwerke Jena. 

>>> Hier geht's zum Blogbeitrag.

Die Vermeidung von Feuchttüchern und - wenn es denn gar nicht anders geht - die korrekte Entsorgung von Babytüchern, Reingungstüchern, Hygientüchern, feuchtem Toilettenpapier & Co. ist der Abwasserbranche ein wichtiges Anliegen. Hier finden Sie dazu einige Hintergründe.

>>> Hier geht's zum Beitrag.

 

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