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Modern und energieautark: Die Zentrale Kläranlage Jena

Die Zentrale Kläranlage in Jena-Zwätzen ist die größte Anlage in unserem Verbandsgebiet. In ihr werden die kommunalen und gewerblichen Abwässer der Stadt Jena und einiger Umlandgemeinden gereinigt und dabei rund 98 Prozent der Schadstoffe entfernt.

Das anfallende Klärgas nutzen wir zur Energieerzeugung, so dass die Anlage ihren Bedarf an Strom und Wärme inzwischen selbst decken kann.

Zahlen und Fakten zur Zentralen Kläranlage
  • Kapazität von 210.000 Einwohnergleichwerten (EW) aus Haushalt, Gewerbe und Industrie
  • Täglicher Abwasseranfall von durchschnittlich 14.000 Kubikmetern
  • Durchfluss von bis zu 2.480 Kubikmetern Schmutzwasser pro Stunde
  • Reinigungsleistung von 95 bis 98 Prozent der Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen
  • Mischwasserbehandlung in einem Regenüberlaufbecken mit 15.000 Kubikmeter Fassungsvermögen

Reinigung des Abwassers in der Kläranlage Jena

Das Abwasser durchläuft in der Kläranlage verschiedene Reinigungsstufen - von der mechanischen bis zur biologischen Reinigung - ehe das Wasser gesäubert in die Saale abgeleitet werden kann.

1. Zulaufhebewerk 
Das am Klärwerk ankommende Abwasser wird nach oben gepumpt, ehe es in die Vorreinigung fließt. Ein System aus feinen und groben Rechen entfernt Abfall und andere Grobstoffe aus dem Abwasser.

2. Sandfang 
Im Sandfang wird die Fließgeschwindigkeit des Abwassers deutlich verringert. In der Folge sinken Sand- und Kieselteilchen auf den Boden. Sie werden abgesaugt, getrocknet und entsorgt.

3. Vorklärbecken 
Im Vorklärbecken kommt das Wasser soweit zur Ruhe, dass weitere Schmutzstoffe absinken und abgesaugt werden können. Das ist die letzte Stufe der mechanischen Abwasserreinigung.

4. Belebungsbecken 
Der so genannte Belebtschlamm macht im Belebungsbecken die Hauptarbeit in der biologischen Abwasserreinigung. Mikroorganismen bauen in einem Wechsel von belüfteten und unbelüfteten Beckenzonen zunächst schädliche Verbindungen aus Kohlenstoff und Stickstoff ab.

5. Anaerobbecken 
Das Anaerobbecken ist unbelüftet. Der fehlende Sauerstoff sorgt dafür, dass die Mikroorganismen im Belebtschlamm schädliche Phosphorverbindungen besser abbauen können.

6. Nachklärbecken 
Nach getaner Arbeit setzt sich der Belebtschlamm im Nachklärbecken ab, an der Oberfläche bleibt sauberes Wasser zurück. Ein Teil des Schlamms wird direkt ins Belebungsbecken zurückgepumpt. Belebtschlamm, der sich während des Klärprozesses neu gebildet hat, wird abgesaugt und weiterbehandelt.

7. Faulturm/Blockheizkraftwerk 
Der Klärschlamm bleibt etwa 30 Tage im Faulturm. Bei einer Temperatur von 37 Grad bauen Bakterien die biologischen Stoffe im Schlamm ab und es entsteht ein Faulgas aus Methan und Kohlendioxid. In drei Blockheizkraftwerken wird es zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.

8. Auslauf zur Saale 
Das gereinigte Abwasser wird aus dem Nachklärbecken in den so genannten Vorfluter, die Saale, geleitet. Natürlich werden die Zusammensetzung und die „Reinheit“ des Wassers dauerhaft überwacht.

Umweltdaten stets im Blick

Das ankommende Schmutzwasser sowie das gereinigte Wasser werden regelmäßig beprobt und  im eigenen Labor auf mögliche Schadstoffe untersucht. So wird eine potenzielle Gefährdung von Mensch und Umwelt ausgeschlossen, aber auch der sichere Betrieb der Kläranlage gewährleistet.

Aus Klärgas wird Strom

Den bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlamm nutzen wir zur Energieerzeugung. Diesen bringen wir in drei Faultürme mit insgesamt 6.000 Kubikmetern Fassungsvermögen. Bei ständiger Umwälzung, einer konstanten Temperatur von rund 36 Grad Celsius und unter Luftabschluss fault der Schlamm aus. Bakterien zersetzen die organische Substanz zu Methan, Kohlendioxid und Wasser. Dabei entstehen pro Tag rund 3.000 Kubikmeter Faulgas. Dieses wird in unserem Blockheizkraftwerk direkt vor Ort verbrannt und zur Stromerzeugung genutzt. Auf diesem Wege decken wir unseren Energiebedarf in der Zentralkläranlage inzwischen selbst. 

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